Auch wenn jeder Mensch Opfer von Stalking werden kann und sich Opfer und Täter nicht notwendigerweise kennen müssen, sind nach bisherigen Erkenntnissen am häufigsten Personen betroffen, die eine Beziehung oder Ehe beendet oder einen Beziehungswunsch zurückgewiesen haben. Aber auch Berufsgruppen mit Kundenverkehr, Patienten oder Klienten können Opfer eines Stalkers werden; wenn dieser sich selbst als Opfer einer Beratung, einer Behandlung oder eines Rechtsstreites - oder ähnlichem - sieht. Und auch wenn das Phänomen des Stalkings bei Prominenten zuerst aufgefallen ist, so scheinen diese nicht die Mehrheit der Opfer auszumachen. Ein Großteil der Opfer leidet unter vegetativen Erscheinungen, wie etwa Unruhe (Schreckhaftigkeit), Kopfschmerzen, Angstsymptomen, Schlafstörungen und Magenbeschwerden und der daraus resultierenden geistigen und körperlichen Erschöpfung. Viele sind schnell gereizt und reagieren dann situationsbedingt unbegründet aggressiv. Ein nicht geringer Teil der Opfer leidet unter depressiven Verstimmungen, einige darunter unter Depressionen. Ein eigener Straftatbestand „Stalking“ wurde in der Bundesrepublik Deutschland vom Bundestag am 30. November 2006 beschlossen. Die Änderungen betreffen § 238 StGB und § 112a StPO. Der Gesetzgeber schließt damit Strafbarkeitslücken. Daneben werden weitere einzelne mögliche Elemente des Nachstellens von speziellen Tatbeständen - beispielsweise Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Nötigung - erfasst. Das neue Stalking-Gesetz trat am 31. März 2007 in Kraft. Polizeiliche Vernehmung
Opferzeugen können sich schon bei der polizeilichen Vernehmung von einer Person ihres Vertrauens begleiten lassen.
Gefährdungen
Falls Gefährdungen durch den Täter oder sein Umfeld wahrscheinlich oder zu erwarten sind, kann u.U. erreicht werden, daß die Anschrift des Opfers nicht durch die Akteneinsicht weitergegeben werden darf und auch bei einer öffentlichen Vernehmung nicht angegeben werden muss. An der Technischen Universität Darmstadt wurde im Zeitraum von 2002 bis 2005 die bisher größte wissenschaftliche Studie zum Thema Stalking im deutschsprachigen Raum erstellt. Das Projekt war durch die Unterstützung des Weißen Rings ermöglicht worden, da staatliche Stellen eine Finanzierung abgelehnt hatten. |