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"Wenn man mit einem Stalker redet, so ist das, als würde man eine Münze in einen Automaten werfen!"

Zitat: Stalking-Experte Jens Hoffmann

Hilfe für Stalking-Opfer

Quelle: www.pixelio.de – Foto: Schemmi

Quelle: pixelio.de

Stalking (engl.: to stalk = heranpirschen) lässt sich ins Deutsche am Besten mit „unerwünschtes Nachstellen“ übersetzen, ohne jedoch annähernd die universelle Bedeutung der englischen Bezeichnung zu erfassen. Unter Stalking wird hierzulande das willentliche und wiederholte Verfolgen oder Belästigen einer Person verstanden, deren physische und/oder psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht und geschädigt werden kann.

Dabei sind aber nicht nur die einzelnen, nachstellenden Handlungen des Täters von Bedeutung, sondern im besonderen das psychologische Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Das unterscheidet das Stalking von anderen, die Selbstbestimmung eines Menschen einschränkenden Handlungen.

Im allgemeinen würde dies deshalb häufig missverstanden und mit der Ausführung von - zum "normalen" menschlichen Verhaltensrepertoire gehörenden - Rachehandlungen verwechselt werden, die jedoch beendet würden, sobald der "Rächer" durch seine Handlungen oder die Reaktion des Opfers Befriedigung erlangt hat. Der Übergang zum Stalking sei jedoch fließend und abhängig von der psychischen Verfassung des Täters, der Häufigkeit und vor allem dem Zeitraum über den die Handlungen ausgeführt werden.

In den Blickpunkt der Öffentlichkeit ist das Stalking aufgrund einiger betroffener und medial präsenter Prominenter gekommen. Erst später erkannte man, dass auch Privatpersonen betroffen sein können.

Handlungen, die als Stalking gelten

  • häufige Telefonanrufe/SMS (zu jeder Tages- und Nachtzeit)
  • häufiger Schriftkontakt per Brief oder E-Mail
  • penetranter Aufenthalt in der Nähe (Herumtreiben)
  • Verfolgen, Nachlaufen, hinterherfahren
  • Kontaktaufnahme über Dritte, auch am Arbeitsplatz
  • unerwünschtes Zusenden von Geschenken, Blumen
  • Nachrichten an der Haustür, am Auto hinterlassen
  • Erkunden der Tagesabläufe
  • Gleiche Freizeitaktivitäten betreiben
  • Waren oder Dienstleistungen auf Namen des Opfers bestellen
  • Eindringen in Wohnung
  • Zerstören von Eigentum

Körperliches Attackieren oder die Ausübung von körperlicher Gewalt kommen nicht häufig vor und werden strafrechtlich durch andere Gesetze erfasst. Häufig sind es die eher "leichten" Stalking-Handlungen, wie etwa das Telefonieren oder das Sich-Aufhalten in der Nähe des Opfers, die den überwiegenden Anteil der Gesamtheit aller Handlungen ausmachen. Aber bereits diese leichten Formen rufen beim Opfer psychische und physische Reaktionen hervor, die sich im Verlauf des Stalkings entsprechend steigern und individuell zu ernsthaften Erkrankungen führen können. Die Bezeichnung Stalking kommt aus der Jägersprache und bedeutet, sich an eine Beute heranzupirschen. Wie ein guter Jäger sammelt ein Stalker alle Informationen über sein Opfer, um es zu jeder Zeit stellen zu können. Prominente Stalking-Opfer sind beispielsweise die Tennisspielerin Steffi Graf, die amerikanische Pop-Sängerin Madonna und der US-Regisseur Steven Spielberg. Doch es kann jeden treffen. Nach einer amerikanischen Studie wurden acht Prozent der amerikanischen Frauen und zwei Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens schon einmal von einem Stalker verfolgt.